Das mehrteilige Arbeitsprojekt „Ich bin schön“ setzt sich mit Körpernormierungen und Schönheitsidealen auseinander.
Schönheit wird uns als etwas unglaublich Wichtiges und Pflegebedürftiges verkauft. Das wird sich nicht ändern, solange Schönheit zu einem Wettbewerbsvorteil erhoben wird. Tagein, tagaus ist vor allem Frau dem Schönheitswahn ausgesetzt. Er wird plakatiert, beschrieben und im Fernsehen bis zur Gehirnwäsche vorgeführt. Dass die Antwort, was schön ist, schon lange nicht mehr unsere Entscheidung ist, ist ein Problem. Dass diese fremdbestimmte Schönheit in weiterer Folge mit Erfolg und Selbstbewusstsein gleichgesetzt wird, ist ein noch größeres.
Gemeinsam
mit dem Frauenverein erna+erich wird das Projekt „Ich bin schön“ ins Leben
gerufen. Der erste Teil benutzt die Grimasse, um mit bewusster Verzerrung von
Gesichtszügen mit den üblichen Vorstellungen von Schönheit und
Körperproportionen zu brechen.
Die
zweite Phase bewegt sich weg von der statischen Grimasse: Die Menschen vor der
Kamera schütteln sich und werden dabei fotografiert. Dabei ist es wichtig, das
Gesicht zu entspannen. Die Fotografien halten genau jenen flüchtigen Moment fest,
in dem sich ein neuer Ausdruck im Gesicht zeigt. Es sind dies Fotos, die im
Zeitalter der Digitalfotografie gelöscht werden, weil sie nicht dem Bild
entsprechen, das wir von uns haben (wollen).
Sich
schüttelnderweise fotografieren zu lassen erfordert Mut: die Fotografierten
haben anders als bei „Ich bin schön 1“ keine Kontrolle über ihren
Gesichtsausdruck – sie verlieren ihr Gesicht, wenn sie es zulassen.
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